Ferienhaus und Ferienwohnung – den Urlaub von der Steuer absetzen?

Ganz so einfach ist es – wie so oft im Steuerrecht – leider nicht. Wenn Sie aber bestimmte Spielregeln beachten, kann auch die Vermietung einer Ferienimmobilie steuerliche Berücksichtigung finden. Dies ist natürlich insbesondere interessant, wenn die Aufwendungen die Einnahmen übersteigen, sodass sich die Verluste aus der Vermietung steuermindernd auswirken. Die folgenden Aussagen beziehen sich auf Ferienimmobilien, die in Deutschland belegen sind.

Aufwendungen, die berücksichtigt werden können, sind z. B.:

Die zentrale Voraussetzung für die Anerkennung beim Finanzamt ist die „Einkünfteerzielungsabsicht“. Bei einer Ferienimmobilie vermutet das Finanzamt, dass für die Anschaffung in erster Linie private Gründe gesprochen haben. Nur, wer das Finanzamt davon überzeugen kann, dass die Anschaffung zur Erzielung von positiven Einkünften erfolgte, kann die Aufwendungen steuerlich geltend machen.

Variante 1: Die Ferienimmobilie wird nur an fremde Dritte vermietet und steht im Übrigen leer

Ohne weitere Prüfung muss das Finanzamt das Vorliegen der Einkünfteerzielungsabsicht akzeptieren. Das bedeutet, dass die Verluste aus der Vermietung in der Einkommensteuererklärung steuermindern wirken. Nur, wenn die Vermietungstage die ortsübliche Vermietungszeit um mindestens 25% unterschreitet (der Nachbar vermietet an 200 Tagen im Jahr, Sie nur an 150 Tagen im Jahr), ist die Einkünfteerzielungsabsicht vom Finanzamt zu überprüfen („Totalüberschussprognose“, siehe unten).

Variante 2: Die Ferienimmobilie wird zeitweise selbstgenutzt, zeitweise vermietet und steht im Übrigen leer

In diesem Fall muss die Einkünfteerzielungsabsicht gegenüber dem Finanzamt dargelegt werden. Dafür ist eine sog. „Totalüberschussprognose“ zu erstellen. Das heißt für einen Prognosezeitraum von üblicherweise 30 Jahren muss dargelegt werden, dass die Vermietungstätigkeit zu positiven Einkünften führen wird. Aufwendungen sind nur zu berücksichtigen, wenn Sie auf Zeiträume der Vermietung entfallen.

Was passiert, wenn das Finanzamt zu dem Schluss gelangt, dass keine Einkünfteerzielungsabsicht vorliegt?

Es gibt Schlimmeres: Sie haben eine Ferienimmobilie, die Sie nach Herzenslust selbst nutzen dürfen und auch zeitweise vermieten können. Sie dürfen die Mieteinnahmen hieraus an sich nehmen, ohne diese in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben zu müssen.