Private Veräußerungsgeschäfte / Gewerblicher Grundstückshandel

Vielleicht haben Sie schon einmal den Begriff „privates Veräußerungsgeschäft“ oder „gewerblicher Grundstückshandel“ gehört. Bei diesem Begriffspaar handelt es sich um zwei steuerrechtliche Regelungen, die sich gegenseitig ausschließen.

Veräußert jemand ein Grundstück aus seinem privaten Besitz (nicht im Rahmen eines Unternehmens), so ist dieser Sachverhalt steuerrechtlich entweder wie ein privates Veräußerungsgeschäft oder wie gewerblicher Grundstückshandel zu betrachten.

Normalerweise gilt für die Veräußerung eines Grundstücks, das sich im Privatvermögen befindet, der § 23 EStG (private Veräußerungsgeschäfte). Dieser besagt, dass ein Gewinn, der durch die Veräußerung entsteht, nicht steuerbar ist, wenn sich das Grundstück mehr als zehn Jahre im Besitz des Veräußerers befunden hat. Der Gewinn ist außerdem nicht steuerbar, wenn die Immobilie entweder ausschließlich oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde.

Nach Auffassung der Rechtsprechung und der Finanzverwaltung kann allerdings bei der Veräußerung von mehr als drei Objekten innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren ein gewerblicher Grundstückshandel vorliegen, sog. „Drei-Objekt-Grenze“. Die Regelungen des § 23 EStG gelten dann nicht mehr. Das bedeutet, dass grundsätzlich alle Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Grundstücken der Einkommen- und Gewerbesteuer unterliegen. Darüber hinaus gibt es auch Fälle, in denen das Finanzamt schon bei dem Verkauf nur eines Objektes von einem gewerblichen Grundstückshandel ausgeht. Dies ist z. B. der Fall, wenn ein Grundstück von vornherein nach Wünschen des Erwerbers bebaut wird.

Falls Sie Fragen zu privaten Veräußerungsgeschäften und/oder dem gewerblichen Grundstückshandel haben, kontaktieren Sie uns gerne.